| Hier geht es um den kleinen Weinvorrat, den heute Millionen Weinfreunde
ihr eigen nennen, sei es in der Etagenwohnung, in einer kleinen Vorratskammer
oder im Keller. Diese Seite beantwortet Fragen und gibt Ihnen wichtige
Hinweise für Ihren kleinen Weinvorrat zu Hause. Kann man ohne Keller
Weine bevorraten? So wie auch anderen Lebensmitteln bekommt natürlich
dem Wein ein kühler, nicht zu trockener Keller am besten. Temperaturen
zwischen 8 und 12 Grad sind für die weitere Entwicklung auf der Flasche
geradezu Idealbedingungen, bei denen man Qualitätsweine alt werden lassen
kann. Wichtig für jeden Wein ist, dass er nicht ständig wechselnden
Temperaturen oder gar starken Geruchs- oder Lichteinwirkungen ausgesetzt
wird. Aber wer kann seinem Wein schon solche Idealbedingungen bieten?
Erfreulicherweise sind unsere Weine dank der heutigen Kellerwirtschaft
nicht mehr so empfindlich wie früher. So schaden auch höhere Temperaturen
nicht übermäßig.
Jeder Wein hat sein eigenes Leben, ist ein Individualist. Daher ist auch
seine Lebenserwartung recht unterschiedlich. Bei säurereichen Rebsorten
ist sie z. B. meist höher als bei Sorten mit verhaltener Säure. Landweine
sollte man zeitig getrunken haben. Normale Qualitätsweine präsentieren
sich in jugendlicher Frische meist gewinnender. Bei Kabinettweinen und
Spätlesen kann man den Vorrat unbesorgt schon etwas länger pflegen. Auslesen
oder gar Beeren- und Trockenbeerenauslesen sowie Eisweine entwickeln ihre
volle Reife und Eleganz in der Regel erst nach Jahren. Wie legt man den
Grundstock an? Zunächst sollten Sie sich fragen, wann, bei welchen Gelegenheiten
und mit wem Sie Ihren Wein am liebsten genießen möchten.
- Wir trinken mehrmals in der Woche Wein: Ihr Weinvorrat sollte sich
insbesondere aus Qualitätsweinen und leichten Kabinettweinen zusammensetzen.
- Wir denken an eine Art "Schatzkammer" für ganz besondere Ereignisse:
Wenn Sie zur silbernen Hochzeit, zu Taufen, runden Geburtstagen oder
anderen Familienfesten Weine suchen, die unter Umständen viele Jahre
liegen sollen, kommen nur edle Spitzenweine in Betracht: große Spätlesen,
Auslesen oder Eisweine. Solche Kostbarkeiten wachsen nicht jedes Jahr.
- Wir trinken Wein am liebsten im Familienkreis und haben den gleichen
Geschmack: In diesem Fall empfiehlt es sich, eine kleine Auswahl weißer
wie roter Weine greifbar zu haben. Die Teilnahme an einer Weinprobe
kann Ihnen Anregungen bei der Auswahl geben.
- Wir haben oft Besuch: Da der Weingeschmack Ihrer Freunde nicht immer
mit Ihrem übereinstimmen muss, sollten Sie neben Ihrem Lieblingswein
immer etwas Besonderes zur Hand haben. Eine interessante Rebsorte
wie einen Weißburgunder oder einen Dornfelder zum Beispiel. Doch ist
sowohl die Wahl des Weines wie auch der Qualitätsstufe immer eine
Frage des persönlichen Geschmacks.
- Wir trinken Wein vor allem zum Essen: Dann sind Weine mit nur wenig
Restsüße für Sie richtig. Also leichte bis gehaltvolle Weiß- oder
Rotweine mit der Bezeichnung "trocken" oder "halbtrocken" auf dem
Etikett.
- Wir trinken Wein vor allem nach dem Essen: Ein Vorrat an fruchtig-leichten
Kabinettweinen und nicht zu schweren Spätlesen ist hier ideal.
- Wir trinken Wein vor allem zu besonderen Gelegenheiten: Als Festtagsweine
kommen die reife Spätlesen, aber auch gelegentlich eine feine Auslese
in Betracht.
Haben Sie Ihr Kreuzchen schon gemacht? Dann kennen Sie die wichtigsten
Auswahlkriterien, um den Grundstock für Ihren Weinvorrat zusammenzustellen.
Denn beim Wein, den Sie lagern, kommt es vor allem auf Ihren Geschmack,
Ihre Zunge, auf Ihre Bedürfnisse und Ihre Möglichkeiten an. Und wenn Sie
erst einmal den Grundstock gelegt haben, wird Ihre Freude am Wein von
selbst wachsen. Und mit der Erfahrung wachsen auch Ihre Kenntnisse, so
daß man Sie sicher bald um Ihren Weinvorrat beneiden wird.
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